MTBO-Weekend in Dänemark

Am vergangenen Wochenende ging es in einem kleinen Ausflug zum MTBO nach Dänemark. Bis zum letzten Moment haderten wir ob wir lieber zur Österreichischen Staatsmeisterschaft im MTBO-Sprint nach Salzburg fahren sollten, aber am Ende siegte die reisestressfreiere Variante. Zumal es für mich die ersten Rennen der MTBO-Saison 2018 werden sollten.

Spät starte ich dieses Jahr in die MTBO-Saison, zweimal hatte ich schon gezuckt, ob ich nach Italien oder Ungarn fahren sollte, schlussendlich wählte ich aber das Training vor der Haustür und war somit so richtig heiß auf die ersten Rennen 2018. Am Freitag gab es bereits eine Mittelstrecke, da die Dänen Feiertag hatten. Wir hüteten noch ein wenig die Daten im Büro und fuhren so zeitig am Samstag auf absolut freien Straßen gen Norden.

 

Just in time, 50 min vor meinem Start parkten wir das Auto ein und bauten die Räder zusammen. 24 Posten auf 22.5 km Luftlinie warteten auf Martin und mich. Es war die gleiche Bahn wie auch die H21, somit gab es genug Vergleichsmöglichkeiten und Ansporn sich ins Zeug zu legen. Ich raste also zum ersten Posten. Die Langstrecke war ein geeignetes Rennen um in die Kartenarbeit zurück zu kommen. Genug Zeit die Streckenabschnitte vorzuplanen, dennoch musste man die ganze Zeit drücken und drücken. Die Karte findet sich zum Mitverfolgen im Karten-Archiv. Etwa 5 Meter vor dem ersten Posten zischte es laut am Hinterrad. Posten lochen und dann ab vom Rad und das Hinterrad drehen. Die weiße Milch sprudelte aus dem kleinen Löchlein im Reifen unaufhaltsam heraus. Ein schnelles Nachpumpen half auch nicht wirklich, immer wieder ging das Loch auf. Verflixt, kein Schlauch im Trikot. Den hatte ich dann zwar bereit gelegt aber nicht eingesteckt. Also versuchte ich es weiter mit Pumpen und irgendwann fand ich heraus, dass die Luft ab einem geringen niedrigen Druck hielt. Ich beschloss zu Posten 2 zu laufen bzw. auf den breiten Wegen zu rollen und danach zum Auto zu fahren um dann ab Posten 3 wieder mit vollem Tempo weiterzufahren. Posten 2 stand leider falsch, aber es verloren eigentlich fast alle Zeit dadurch, somit war es für alle gleich. Ich war ohnehin mehr mit meinem Hinterrad beschäftigt. Bereits auf dem Weg zu Auto dachte ich so, eigentlich hält die Luft doch recht gut im Reifen, ich könnte wenigstens bis Posten 7, der nahe am Auto lag fahren und dort nochmal entscheiden. Nochmal kurz was nachgepumpt und auf ging es zu Posten 3. Auf den Wurzelpassagen musste ich sehr langsam fahren um Durchschläge zu vermeiden. Es lief wieder ganz gut, wenngleich viel Energie auf der Schotterpiste liegen blieb durch den arg niedrigen Reifendruck. Nach Posten 6 unterlief mir ein kleiner O-Fehler, den ich schnell wieder korrigierte. Es war kurz nachdem ich die nach mir gestartete wieder zurück überholt hatte. 11 min gingen mir zwischen Posten 1 und 3 wegen der Reifenpanne verloren.

Ich beschloss so weiter zu fahren, denn die Luft hielt ja wieder. Auf rauheren Passagen lief ich, es waren zum Glück nicht so viele. Doch an Posten 12 war arg wenig Luft im Pneu. Also legte ich auf dem Hügel vom Posten nochmal eine kleine Pumppause in der Sonne ein. Die Luft hielt, selbst bei größerem Reifendruck und ich hatte genug Luft um nochmal richtig Gas zu geben. Ich überholte sogar noch eine weitere Starterin und hatte im Gegenlauf die Schwedin Sanna. Sie war noch sehr weit weg, gut 7-8 min, wenngleich 3 min vor mir gestartet. In der zweiten Rennhälfte holte ich fast alle Zwischenbestzeiten und kam sogar nahe an den H21-Sieger Thomas heran. In de zweiten Rennhälfte machte ich so nochmal 2.5 min zur späteren Siegerin Caecilie gut und hatte damit noch einen zufriedenstellenden Lauf. Auf die Schwedin machte ich nochmal 4 min gut, es reichte aber nicht um sich an ihr im Ergebnis vorbeizumogeln.

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Abends zelteten wir in Hundested auf einem sehr hübschen und gemütlichen Zeltplatz direkt an der Fähre. Nach dem Essen gönnten wir uns noch einen kleinen Besuch in der Brauerei, die doch sehr köstliche Biere entwickelt hat und drehten einen kleine Spaziergang durch das nette kleine Fischerdorf. Fielen dann auch alsbald recht müde auf unsere Matrazen. Es wollte ja neue Energie für den zweiten Tag gewonnen werden. Der Sprint (Karten-Archiv) mit nur 12 Posten verhieß von der Orientierung her einfach zu werden und man musste volle Kanne durch den Wald und über die Felder heizen. Gesagt getan, hatte ich erneut einen guten Beginn. Der Südteil der Karte war recht feucht und hier verzockte ich auch ein wenig das Rennen. Durch den Schlamm und die 20 m lange Pfütze fuhr ich nur vorsichtig hindurch, ich wollte ja nicht mit dem Vorderrad irgendwo stecken bleiben und dann eine Schlammkur absolvieren. Die Führung wechselte zwischen Caecilie und mir hin-und-her so schnell wie ein Kameleon seine Farbe ändern kann. Zu Posten 12 schlug ich noch einen extra Haken, weil ich den linkesten Weg von den dreien erst nicht gesehen hatte, es aber als bald erkannte. Auch im Zielsprint musste ich mich nochmal zu Tempo ermahnen, ich war ja schließlich noch nicht da. Und 2 s von den insgesamt 6 Sekunden handelte ich mir im Zielsprint ein.

20180428_205125e1000Es waren zwar O-Technisch einfach Rennen, aber vielleicht auch genau deswegen ein guter Einstieg in die Saison. Mit den Plätzen 3 und 2 bin ich vor allem mit meiner Physischen Performance recht zufrieden, wenngleich auch physisch bis zum Sommer noch etwas geschehen kann/soll. Salzburg wäre schon schön gewesen, zumal die Rennen dort auch phantastisch organisert schienen mit anspruchsvollen Strecken. Dennoch war es gut hier im Norden die Stellung gehalten zu haben. Ich weiß woran ich die nächsten Wochen zu arbeiten habe und es kommen jetzt doch einige Rennen auf die ich mich schon freue.
Weiter geht es mit der Sächsischen Meisterschaft im Einzelzeitfahren sowie dem MTBO-Wochenende im Harz.