Australien 2018 – Bis der Hunger von den Trails treibt

Am heutigen Tag wollte ich die von allen empfohlenen Trails Blue Tier Trail und Atlas Trail und die Stollen nehmen. Man kann sich dazu für etwas Geld auf den Berg shuttlen lassen (was auch jeder empfahl), aber Sparfuchs wie ich manchmal bin radelte ich die 30 km aus eigener Kraft auf den Berg, nicht ohne ein wenig Abenteuer. Hier folgt nun der letzte Bericht der Tasmanien-Serie.

Gut 30 km mit 600 Höhenmetern sind ja ein Katzensprung und danach geht es nur noch den Berg hinab. Also steckte ich mir zu meiner Flasche am Rad noch 0.5 l Wasser und nen Wasserfilter in die Trikottasche sowie einen Energieriegel. Den zweiten nahm ich wieder raus, denn es ist ja nur ne kleine Tour auf den Berg rauf und dann schnell noch wieder hinab, wie eine Runde um den Westensee bei Kiel. Die ersten 15 km verflogen dann auch in Windeseile, ein paar Waldarbeiter zeigten mir den Einstieg zum Pfad am Fluss entlang und dann war ich im engen Gebüsch immer ein wenig auf der Hut vor den schwarzen Schlagen, denn das war hier bestimmt ein kleines Paradies für sie.

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Nach einer Straßenquerung sollte es dann auf den weiteren 10 km nur noch den Fahrweg die 600 hm hinauf gehen. Und dieser war schön ausgebaut. Hier querte ich einen Fluss und sah tatsächlich noch einen Goldschürfer bei der Arbeit, nach Zinn wird er ja wohl nicht gesiebt haben. Die Straße schlängelte sich gemütlich einige Höhenmeter hinauf, doch alsbald wurde ich aus meinen Träumereien gerissen, denn um ein Haar hätte ich eine Eidechse überfahren. Was liegt die auch so getarnt auf dem Weg herum und sieht ja auch nicht schwarz wie eine Schlange aus, wonach ich die Natur permanent scannte. Nach einem kurzen Photo-Stop radelte ich weiter und bald wurde der Weg schmaler und feuchter. Dann hatte ich die Wahl zwischen einem Weg und einem 4WD-Track. Irgendwie zog es mich auf den 4WD-Track, der war auch beschildert, ohne zu Ahnen oder wirklich nachzudenken was mich da erwartet. Fahrtechnisch war der verblockte Allrad-Fahrweg wirklich spaßig und anspruchsvoll, hauptsächlich steil bergauf. Das brauchte Zeit und so sank meine Durchschnittsgeschwindigkeit enorm. Irgendwann war ich aber auf dem Hochplateau, welches sanfter zu befahren war und wo der MTB-Trail Blue Tier begann.

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Ich gönnte mir noch eine gediegende Pause in der ich die zweite Hälfte meines Energieriegels futterte und ein wenig ahnte, dass ich vielleicht gar nicht genug zu Essen mit hatte. Die Abfahrt war dann echt spaßig und bis auf die Aussetzer von meinem Tacho und einer kleinen Reparatur-Pause um die Zahlen wieder mitzuschreiben verflogen die Tiefenmeter in Windeseile. Ich wurde in Weldborough einer kleinen netten Häuseransammlung ausgspuckt und erkannte, dass ich für den zweiten Trail nochmal einige Höhenmeter fahren musste. Ich hatte jedoch schon einen kleine Hungerast entwickelt und überlegte, dass ich es nur zurück zum Zeltplatz schaffe, wenn ich die Straße hinab fahre. Das tat aber schon im ersten Gedanken daran weh und als ich dann an einem Restaurant vorbei kam, war klar, dass cih da einkehren muss. Eigentlich hatte die Küche gerade Mittagspause von 15-17 Uhr aber ich muss wohl hungrig ausgesehen haben, denn der Restaurantbesitzer fragte bei der Küchenchefin, ich nehme an, seiner Frau nach, ob sie mir nicht doch was kleines zaubern könnte. Ich hätte ihm sonst vermutlich seinen Keksvorrat abgekauft. So gab es schließlich im Biergarten, nen Berg Pommes mit Sandwich.

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Ich musste zwar im Anstieg zum zweiten Trail ein wenig mit dem Magen und Fresskoma kämpfen, aber ich war froh Energie und Wasser tanken zu können. Auch die Trinkflasche wurde nochmal mit Leitungswasser befüllt. Auch der Trail lohnte sich und führte mich in das bekannte Trail-Netzwerk von Derby zurück. Dort ging es noch auf den lieblingswegen zurück zum Zeltplatz. Die beiden Trails waren schon super, aber auch nicht so, dass man sie unbedigt hätte fahren müssen, zumindest nicht mit einer Investition von 50 Euro um an den Traileinstieg zu gelangen. Über meine Tour war ich doch sehr zufrieden und es war eine schöne Mischung aus Kondition und Fahrtechnik. Abends gab es noch gutes Essen und Unterhaltung durch die Gespräche und hitzige Diskussionen der Locals in einer Pizzeria.

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Nun nahte der letzte Tag auf Tasmanien und es hieß zunächst mal Abschied von Derby zu nehmen. Dies tat ich mit einer letzten ausgibigen Trailrunde. Zunächst im Pumptrack als warm-up, dann wechselte ich über die Hängebrücke auf die andere Flußseite und fegte um einen See herum, denn der Trail war nach dem Regen der vorangegangenen Woche wieder freigegeben. Und danach ging es nochmal in die Lieblingstrails von BlueDerby. Zum Nachmittag sattelte ich das Auto, pinselte ein paar Postkarten und fuhr mit dem ein oder anderen Zwischenstop nach Derby zu Isa zurück. Am nächsten Morgen ging dann ja auch schon der Flug zeitig nach Fiji.

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