{"id":285,"date":"2012-03-20T08:17:59","date_gmt":"2012-03-20T07:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/2014.hillclimb.de\/?p=285"},"modified":"2012-03-20T08:17:59","modified_gmt":"2012-03-20T07:17:59","slug":"4-h-waschgang-aber-mit-waschpaste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillclimb.de\/?p=285","title":{"rendered":"4-h Waschgang aber mit Waschpaste"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Wochenende ging es zum ersten Radrennen des Jahres. Wie schon im vergangenen Jahr machten wir uns von Kiel aus auf nach Silkeborg, D\u00e4nemark. Zun\u00e4chst sahen die Wetterprognosen gut aus, aber kurzfristig \u00e4nderte sich das und die 76 km f\u00fchrten Mensch und vor allem Material an den Rande der Leidensf\u00e4higkeit.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon am Abend zuvor war klar, dass es nix mit einem 3-St\u00fcndigen Sonnenbad auf dem schnellen vornehmlich Schotterpisten-Kurs werden w\u00fcrde. Am Samstag war ich noch im Westen Schleswig-Holsteins radeln und habe mir bei zumeist Sonne die Trails in den kleinen Waldst\u00fcckchen der Westk\u00fcste zeigen lassen. Hatte ich dort gar nicht so sch\u00f6n erwartet. Morgens um 7 direkt nach dem F1-Start begaben wir uns in die Spur gen Norden. Irgendwann unterwegs trafen wir zwar nicht die anderen Kivel:o)aner, aber die Scheibenwischer fingen einfach an sich zu bewegen. Felix hatte eigentlich gar keine Lust zu starten, war ja aber schon angemeldet. Ich hatte gar nicht so richtig \u00fcberlegt, wie es sei, im Nassen zu fahren. F\u00fcr mich war das Rennen tats\u00e4chlich eine echte Trainingseinheit in einer intensiven Trainingswoche und ich hatte total Lust auf das Rennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Start hielt der Niesel sogar nochmal kurz inne. Allerdings war die Strecke von den scheinbar reichlichen Regenschauern zuvor augeweicht und nass. Schon auf den ersten 2 km setzte sich Sand an Kette und Bremsen, es fing an zu knirscheln, da war sie die Schleifpaste f\u00fcr Bremsen, Lager, Federungen und Gelenke. Der Umwerfer warf die Kette auch \u00fcber das gro\u00dfe Blatt hinaus. Komisch warum er das tat. Streik? Damit konnte ich dennoch gut weiterradeln. Nach etwa 25 min holte mich Felix, der 3 min nach mir gestartet war ein. Er fuhr am Ende einer Gruppe in die ich mich dann auch einreihte. So konnte ich fast 10 min mitfahren, bis ich mich an einem l\u00e4ngeren Anstieg wieder in mein eigenes Tempo w\u00e4hlte. Ich war dadurch in Schwung gekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich auf den ersten Trail einbog \u00fcberfuhr ich leider die Radbrille eines vor mir fahrenden Teilnehmers, es knackte kurz. Fast im selben Moment verschlechterte sich auch schlagartig an meinen Bremsen etwas. Vielleicht die Rache? Wie auch immer, ich musste kurz anhalten, schauen was da wohl los sein k\u00f6nnte, entdeckte nichts, sp\u00fchlte nochmal kurz mit Wasser und fuhr weiter. Nach einiger Zeit fand ich mich relativ langsam, allerdings sagten mir die Zahlen meines Tacho&#8217;s dass ich dennoch gut arbeite. Ab und zu kam richtig Freude auf, wenn der Bremswiderstand etwas geringer wurde, auf Wegen mit ausreichend Wasserstand. Beim Windschattenfahren sprudelte fast immer eine Schlammfontaine direkt ins Gesicht. Die Bremsen schliffen ordentlich vor sich hin, nochmaliges Anhalten ergab nix neues, die Bremsbel\u00e4ge sahen noch gar nicht so \u00fcbel aus, also weiter. Ab km 30 fing ich jedoch an zu \u00fcberlegen ob ich die Strecke lieber abbreche. Mir war es recht schade um das Material, ich fuhr auch nicht mehr so energisch, der Puls war niedrig. Die Schuhe waren bereits Aquarien und erk\u00e4lten wollte ich mich auch nicht. Allerdings hatte ich noch Lust weiterzufahren, es regnete Mittlerweile richtig, aber ich hatte Spa\u00df auf dem Kurs und die Beine f\u00fchlten sich auch noch erstaunlich gut an, verr\u00fcckt eigentlich. An der Verpflegung nahm ich mir nochmal ein wenig Zeit zum \u00dcberlegen und beschloss weiterzukurven, die anderen hatten auch damit zu k\u00e4mpfen, es war ein mehrstimmiges Scheibenbrems&#8220;konzert&#8220;. Erstaunlich, ich hatte vor dem Rennen noch nicht mal dr\u00fcber nachgedacht auf Grund des Wetters auf eine k\u00fcrzere Strecke umzumelden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.hillclimb.de\/tl_files\/bilder\/news-bilder\/2012\/bremse-hinten_silkeborgMTB2kl.jpg\" data-lightbox=\"[multi]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hillclimb.de\/system\/html\/bremse-hinten_silkeborgMTB2kl-75b53b3f.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"203\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vieles ist Kopfsache &#8211; nach dem Entschluss, hatte ich wieder Elan entwickelt, nach gut 35 km begann ich andere Starter zu \u00fcberholen, ich war wieder schneller unterwegs und trat die Anstiege mit ordentlich Druck auf dem Pedal und erstaunlich viel Grip am Reifen hoch, selbst an Stellen wo fast alle im Umfeld schoben. Es warteten noch knapp 40 km auf mich. Es rollte, die Kilometer bis zum Ziel veringerten sich stetig, aber wohl auch die Bremsbel\u00e4ge schrumpften. Ohne gr\u00f6\u00dfere Zwischenf\u00e4lle bog ich auf die letzte Schlaufe der Strecke ein, nagut, auch das kleine Kettenblatt wurde nutzlos und zog nun die Kette mit. Eigentlich die sch\u00f6nste von den 3 Schlaufen, weil hier der Pfad-Anteil deutlich h\u00f6her war, allerdings dadurch am Sonntag auch deutlich schlammiger und langsamer. Die drei Stunden Gesamtzeit hatte ich mittlerweile begraben, aber ich wollte wenigstens noch unter 4 h ins Ziel gelangen, also wetzte ich durch die Wege und \u00fcberholte immer mal wieder einen Starter. Etwa 15 km vor dem Ziel griff ich hinten ins Leere. Ich ersparte mir ein weiteres Anhalten und die weitere Bet\u00e4tigung des rechten Bremshebels. Nun also etwas vorsichtiger weiter mit der Bremse vorn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den langsameren Startern der k\u00fcrzeren Runden musste man sich nun vorbei schl\u00e4ngeln. Mit den relativ unwirksamen Bremsen ein teilweise schwieriges und ein wenig erm\u00fcdendes Unterfangen. Zum Gl\u00fcck wurden die Wege hinten raus wieder breiter und vor allem flacher. Denn gut 2 km vor dem Ziel versagte auch die Bremse vorn ihren Dienst, es klang als ob sich die Feder zwischen Scheibe und Belag knirschelte. Noch vorsichtiger kam ich nach 4:00:40 h ins Ziel. Ich war damit dritte aber es erreichten auch nur 4 von 12 Frauen auf der langen Strecke das Ziel. Felix litt unter blockierenden Bremsen und musste immer mal wieder anhalten und sie wieder aufdr\u00fccken. Lukas \u00fcberholte ihn dabei und konnte so 18. werden, Felix 20. Josh und Friedrich fuhren die 50 km &#8211; Runde, sie hatten die wohl bessere Rundewahl getroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ziel regnete es best\u00e4ndig weiter. Die Bestandsaufnahme am Abend war ein wenig ern\u00fcchternd. Ich zog nur noch 1\/4 meines Bremsbelagtr\u00e4gers aus der Bremse &#8211; das erkl\u00e4rte den Griff ins Leere. Der Kolben war um ein paar Milimeter abgearbeitet. Es gibt also Situationen in denen es manchmal durchaus sinnvoll ist doch mal ein Rennen abzubrechen. Andererseits h\u00e4tte ich mich dann im Ziel wohl ge\u00e4rgert, weil ja mit den Bremsen nix passiert gewesen w\u00e4re und ich hatte einfach Lust weiterzufahren. Gerne wieder nach Silkeborg, aber das n\u00e4chste Mal bitte mit Sonne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende ging es zum ersten Radrennen des Jahres. Wie schon im vergangenen Jahr machten wir uns von Kiel aus auf nach Silkeborg, D\u00e4nemark. Zun\u00e4chst sahen die Wetterprognosen gut aus, aber kurzfristig \u00e4nderte sich das und die 76 km f\u00fchrten&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.hillclimb.de\/?p=285\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/285"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=285"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/285\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hillclimb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}