{"id":388,"date":"2013-09-28T11:10:23","date_gmt":"2013-09-28T09:10:23","guid":{"rendered":"http:\/\/2014.hillclimb.de\/?p=388"},"modified":"2019-05-30T08:55:04","modified_gmt":"2019-05-30T06:55:04","slug":"24h-mtb-rennen-wie-die-pilze-wachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillclimb.de\/?p=388","title":{"rendered":"24h-MTB Rennen &#8211; wie die Pilze wachsen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im letzten Jahr gab es die erste Ausgabe des 24h-MTB Rennens in Wittenborn bei Bad Segeberg. Damals war ich unterwegs beim MTBO-Weltcup. kivel:o) hatte ein Team und war so begeistert vom Rennen, dass sie dieses Jahr die Tat wiederholten. Allerdings musste J\u00f6rn r\u00fcckenbedingt aussetzen, so dass ich f\u00fcr ihn einsprang. Zugegeben ein nicht ganz gew\u00f6hnlicher Zeitpunkt f\u00fcr ein 24h-Rennen und es auszuprobieren.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Start &#8211; Erster Umlauf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immerhin hatten wir Tag-Nacht-Gleiche, denn das Rennen fand am vom 21. bis zum 22. September statt. Damit war der Tag nicht ganz so lang hell, wie zu den kurzen Sommern\u00e4chten im Norden. Um 13 Uhr war start, so konnte ich morgens die restlichen Sachen zusammenpacken. Es f\u00fchlte sich so an, als w\u00e4re der halbe Hausstand im Auto gelandet. Zusammen mit Felix holten wir noch Lukas ab und verstauten seine Sachen in unseren zwei Kombi&#8217;s, samt Lukas. In Wittenborn kam dann noch Chriz zum Team hinzu und wir bauten gemeinsam Zelt und Pavillon auf. Als 4er Team verteilten sich die Eins\u00e4tze auf 6mal 1 h radeln. Das klang entspannt. Nach der Anmeldung und einem ersten Beschnuppern der Runde fuhr Felix den Start und kam in der ersten Gruppe um den Kurs. Dann gab es den Wechsel auf mich, w\u00e4hrend ich fast ein bissel in die Wechselzone geschuppst wurde weil noch ein St\u00fcck zur vollen Stunde fehlte, war Felix \u00fcbergl\u00fccklich auf mich abwechseln zu k\u00f6nnen. Er kam als zweiter Fahrer direkt mit dem F\u00fchrenden in die Wechselzone. Das f\u00fchrende Team war ein 8er-Team, dass bereist schon den dritten Fahrer auf der Schlaufe hatte. Ich blieb erst ein paar Meter in seinre N\u00e4he, aber nach kurzer Zeit fiel mir zum Gl\u00fcck ein, dass ich ja noch 5 weitere Eins\u00e4tze durchhalten muss, also reduzierte ich mein Tempo geringf\u00fcgig und legte dennoch ganz annnehmbare Rundenzeiten von gut 11 min (plus-minus) hin. Dieses Tempo konnte ich dann auch gut \u00fcber die gesamte erste Stunde halten. Dann hie\u00df es schnell was essen und vielleicht mal kurz die Beine hochlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweiter Umlauf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Pustekuchen, Chriz kam von seiner Runde mit einem schnittenen Schlauch und einer mega-eirigen Felge zur\u00fcck. Auch bei ihm lief es hervorragend, wir spielten noch immer ganz vorn mit, allerdings \u00fcberzog er es auf der Jagd zur schnellsten Runde ein wenig und zerschellte beinahe sein Hinterrad an einer Wurzel. Viel Zeit ging drauf und vor allem musste in der Erholungszeit geflickt werden. Wir wechselten dann schlussendlich den Mantel auf mein Ersatzrad und bauten hoch motiviert Tubeless ein. Doch dann stellte sich heraus, dass die Bremsscheibe nicht durch den Bremssattel passte. Wie auch immer, es wurde alles wieder zur\u00fcckgebaut, die Felge mit F\u00fc\u00dfen und H\u00e4nden gerade gebogen\u00a0und zwsichendurch Any nach Hause geschickt um Ersatzlaufr\u00e4der zu holen. Lukas und Felix kreiselten und bald kam auch mein zweiter Einsatz, der \u00e4hnlich gut verlief wie der erste. Selbst die Rundenzeiten blieben recht konstant im Bereich der ersten Stunde. Es waren die letzten Runden die ohne Licht gefahren werden konnten. Zum Gl\u00fcck bin ich nicht ganz nachtblind, an einigen Stellen im dichten Wald war es schon echt dunkel. Chriz war dann der erste mit Licht aus unserem Team. Am Zelt hatten sich von Chriz und Felix Familie und Freunde eingefunden. Eine sehr nette Abwechslung im aber auch so kurzweiligen Rennen. Leider hatte ich gar nicht so richtig viel Zeit mich dazuzugesellen, weil ich versucht war ein paar Traumphasen zu erhaschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dritter Umlauf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">22 Uhr kam mein\u00a0dritter Einsatz.\u00a0Ich wollte mir gerade den Zwischenzeitenmonitor anschauen und noch das Tragegurtsystem der Kopflampe zurechtr\u00fccken, als Felix pl\u00f6tzlich viel zu zeitig das Staffelb\u00e4ndchen \u00fcberreichte.\u00a0Mit ordentlich Lumen auf Helm und am Lenker ausger\u00fcstet fuhr ich die erste Runde vorsichtig ab. Irgendwie ver\u00e4nderte sich die Strecke zwischen jedem Einsatz dramatisch, es entsanden neue Linien, Wurzeln wurden ausgegraben, Senken tiefer, der Boden nach Abfahrten weicher und tiefer, so dass sich die Fahrlinie doch deutlich \u00e4nderte. Au\u00dferdem piekste mir der Stecker vom Lampenkabel unangenehm im Nacken. Ich versuchte das Tragesystem immer bissel seitlich zu schieben, jedoch fand es recht schnell die Mittelposition zur\u00fcck. Ein wirklich unangenehmes Gef\u00fchl und es trieb mich zu etwas mehr Vorsicht in technischen Passagen, denn gef\u00fchlt w\u00e4re das Genick bei einer ung\u00fcnstigen Flugbahn dran gewesen. Doch anhalten wollte ich auch nicht so waren meine Rundenuml\u00e4ufe etwas l\u00e4nger. Bemerkenswert hell war es durch die ganzen Lichter aber dennoch und am Wegesrand deutete sich ein Pils an, den ich so ziehmlich auf jeder der Runden im 3. Einsatz gesehen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vierter Umlauf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einsatz Nummer 4 war f\u00fcr mich 2 Uhr nachts. Schlafen ging so lala. So richtig schlafen ging irgendwie nicht aber wenigstens habe ich im kuschelig warmen Schlafsack gut geruht. Den Brustgurt immer im Schlafsack an der Seite, damit der Gurtstoff trocknet und nicht so kalt war beim erneuten Anlegen. Diesmal legte ich das Tragesystem der Kopflampe besser um und schlenderte zur Wechselzone. Dort h\u00f6rte ich, dass jemand zu Fall kam, der 3. Verungl\u00fcckte des Tages, auch bei ihm wurde sp\u00e4ter etwas mit Schl\u00fcsselbein oder Schulter festgestellt. Felix hatte ihn unterwegs gesehen und sich um ihn gek\u00fcmmert, entsprechend aufgel\u00f6st kam er zum Wechsel. Ich hingegen wu\u00dfte gar nicht wo es passiert war und fuhr zum einen um die Strecke wieder erneut zu &#8222;ertasten&#8220; und um niemanden zu gef\u00e4rden entsprechend vorsichtig um den Kurs. Aber auch so wollte ich nicht ganz so richtig in die G\u00e4nge kommen. Im Vorfeld hatte ich die Sorge dass mich eine Erk\u00e4ltung bef\u00e4llt, irgendwie kam nun auch auf den ersten Runden so ein leichtes Gef\u00fchl davon auf. Ich fuhr aber konstant weiter und versuchte so gleichm\u00e4\u00dfig wie m\u00f6glich durch diese Stunde zu kommen. Haben sich die Pilze am Wegesrand vermehrt. Allein schon diese Frage f\u00fchrte mich relativ flott durch diese etwas schwerf\u00e4lligere Phase des Rennens. Auf der letzten Runde hatte ich dann pl\u00f6tzlich das Gef\u00fchl zur\u00fcck dass es l\u00e4uft. Hier hatte ich meine schlechtesten Rundenzeiten, die gut 2 min unter der besten Rundenzeit lagen. Die\u00a0Runden hatten f\u00fcr mich\u00a0 so\u00a0etwa 11:30 bis 12 min in der Nacht fiel ich auf hohe 12er min ab.\u00a0Diesmal erwischte es Lukas mit einem Defekt. Das Hinterrad fiel aus dem Rahmen, zus\u00e4tzlich fehlte auch noch die Bremsklotzschraube. Wer wei\u00df was die Schraube mit Lukas Schnellspanner angestellt hatte. Es verflog wieder einiges an Zeit aber wenigstens passierte das Missgeschick auch bei Lukas erst in der letzen Runde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcnfter Umlauf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der f\u00fcnfte Einsatz stand von 6-7 Uhr morgens an. Noch einmal setzte ich das Licht auf den Kopf und steckte den frisch geladenen Akku an, aber es war schon zu merken dass es in den Morgen ging. Allerdings war meine M\u00fcdigkeit auch riesig. So stark wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Rennen. Allerdings dachte ich mir, dass diese auf den kurzweiligen,\u00a0sehr abwechslungsreichen\u00a0Runden schnell verfliegen w\u00fcrde. Nicht nur die M\u00fcdigkeit tat dies, sondern auch die 5 Runden in der einen Stunde. Die Augen schweiften wieder zu den Pilzen, hm, keine weiteren Pilze, waren die anderen denn nun gewachsen oder hab ich sie vorher nur nicht gesehen? Auch die Pferde auf der Koppel erwachten wieder und in der D\u00e4mmerung \u00fcbergab ich an Chriz, der eigentlich schon fast ohne Licht fahren konnte. Unsere direkte Konkurrenz lag nach der Nacht schon einige Runden hinter uns und selbst die M\u00e4nnerteams hatten wir alle im Griff. Einzig ein 8er-M\u00e4nner-Team lag schon seit 18 Uhr abends gut 5 min vor uns mit der selben Rundenanzahl. Die Minuten wurden mal mehr und mal weniger und selbst trotz der zwei Defekte die in der Summe immerhin gut 12 min, also 1 Runde ausmachten, blieb der Abstand im selben Rahmen. Schon l\u00e4ngst wurde der Wettkampf unter unseren zwei Team befeuert und wir tauschten uns immer ein wenig gegenseitig mit Motivation aus und trieben uns so an auch noch bis zum letzten gefahrenen Meter alles m\u00f6gliche zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sechster Umlauf &#8211; Finale<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So k\u00e4mpfte ein jeder auch im letzten 1-h-Einsatz von uns bis zum umfallen. Felix fuhr nochmal dicht an das 8er-Team heran, ich versuchte nicht allzuviel Zeit zu verlieren, immerhin hatte ich nun auch fast wieder die Rundenzeiten vom Beginn der 24h. In der vorletzten Runde hatte ich nochmal ein kleines Loch im Mantel, welches aber gl\u00fccklicher Weise von der Dichtmilch nochmal abgestopft wurde, auch wenn mein Hinterradmann meinte, dass es doch ein sehr gro\u00dfes Loch sei und ich Spritzer der Milch abbekam. Die letzten Runden vergingen noch schneller als alle Runden zuvor. Interessant, was man so mit dem Abschlussadrenalin nochmal aus sich herauskizteln kann. Chriz\u00a0und Lukas fuhren tats\u00e4chlich nochmal alles aus sich heraus und waren nach ihren Eins\u00e4tzen dann endlich auch so richtig breit, bis hin zum Krampf. Am Ende hatten wir die selbe Rundenzahl wie das 8er-Team, beendeten die letze Runde allerdings gut 7 min nach ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein herrliches Rennen, mit einer super Stimmung, im Feld, im Team und in mir. Das Wetter war auch top und man konnte selbst in der Nacht mit kurzen Hosen fahren. Schon wenige Minuten nach dem Rennen kam der Gedanke auf, n\u00e4chstes Jahr wieder. Sogar J\u00f6rn war am Ende nochmal mit dabei zum Zuschauen. Die Strecke war eine richtige MTB-Strecke, die auch f\u00fcr eine 1h-XC-Rennen h\u00e4tte herhalten k\u00f6nnen. Klaus, Inhaber von fahrradprofi.de hatte alles super und durchdacht organisiert, den Spa\u00df daran hat man auch ihm angesehen und er ist auch noch selbst im 8er-Team mit in die Spur gegangen. FETT!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten Jahr gab es die erste Ausgabe des 24h-MTB Rennens in Wittenborn bei Bad Segeberg. Damals war ich unterwegs beim MTBO-Weltcup. kivel:o) hatte ein Team und war so begeistert vom Rennen, dass sie dieses Jahr die Tat wiederholten. 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