Australien 2018 – Tasmania Trail

Als ich die ersten Bilder vom Tasmania Trail sah fing ich sofort Feuer und wollte den Fahrrad- und Pferdeweg selbst fahren. Eine etwas tiefere Recherche und die vorgegebene kurze Zeit ließ mich dazu kommen ihn nur 4-5 Tage zu radeln und mir zumindest das Südende zu sparen, das mich vermutlich durch sehr schlammige steile Wälder führen sollte, da es in der Woche vor meiner Anreise ordentlich ergibig regnete. Ich stieg in Huonville aus dem Bus und begann meine kleine Zelt-Rad-Tour nachdem ich mich im Supermarkt mit Essen für 3-4 Mahlzeiten ausgerüstet hatte.

Die 4-5 Tage schrumpften dann noch vor dem Start auf 3 Tage, denn ich wollte mit Isa, wo ich ja dankenswerterweise übernachten konnte, zum Wochenende in die Berge zum Wandern. Somit wollte ich einfach schauen wie weit nach Norden ich auf dem Trail komme, gern wenigstens bis in die Central Plain, vielleicht bis Miena. Trail, das bedeutete es warteten hauptsächlich Schotterpisten auf mich, mit kurzen Abstechern auf schmaleren Pfaden, aber auch mal Straßenpassagen.

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Um auf die ausgeschilderte Route zu gelangen musste ich von Huonville zunächst nach Judburry radeln. Ich begann die Tour jedoch gleich erstmal mit einer schönen Mittagspause am Huon River, da mich der Bus erst kurz nach 13 Uhr ausspuckte und schon ein gutes Hüngerchen aufkam. Der Busfahrer war übrigens gar nicht davon angetan dass durch meine Radmitnahme auch noch extra Arbeit entstand. Er kam dann aber schließlich doch raus um mir beim Öffnen der Seitenklappe und dem Reinlegen des Rades behilflich zu sein. Immerhin bekam er für mein Rad auch 10 AUD, während mein Busticket 10.50 AUD kostete.

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In Judburry gab es nicht viel zu sehen, aber ich traf das erste mal auf die Markierung des Tassie Trails, nach der ich nun in den nächsten Tagen die Augen offen halten wollte. Im Grunde führte mich der Fahrweg in einem Tal hinauf auf die Wellington Bergkette und auf der Rückseite in einem anderen Tal wieder hinab. Ich hatte mir so als kleines Ziel den Zeltplatz Bushy Park gesetzt und kam zunächst auch ganz gut voran. Natürlich hielt ich einige Male um die Natur in Bildern fest zu halten. So traf ich auch das erste Mal auf den kleinen nach Ameisen suchenden Igel (Echidna). Und als ich ihn so beobachtete musste ich feststellen, dass es auch in Tasmanien Bremsen gibt und dass sie auch hier glücklicherweise keine Autan-Freunde sind.

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Irgendwie wurde es immer steiler und ich kam nicht so richtig voran. Die Luft wurde immer feuchter und ich war froh, als ich in den Flachen Sattel unterhalb des White Timber Mountain gelangte. Von nun an sollte es ja locker und fluffig nach New Norfolk gehen. Doch Pustekuchen, die breite Schotterstraße wurde schmaler und bald gesellten sich erste Pfützen hinzu. Und die Pfützen wurden immer breiter und länger und es wurde schwierig an ihnen trockenen Fußes vorbei zu kommen. Zwischendurch gab es dann immer wieder fahrtechnisch schöne Strecken, wo man etwas zwischen den Steinen oder drüber radeln musste. Ich kam jedoch nur sehr langsam voran und ich steckte mein Tagesziel um auf New Norfolk, zumal sie Bushy Park in der Wegbeschreibung nicht so richtig als toll las. So langsam schaute ich auch öffter auf die Karte, wann denn dieser Pfützen-Parkour aufhören konnte. Ich zählte fast die Meter.

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Irgendwann wurden die Wege wieder breiter, ebener und ab einer Geländekante auch trocken. Die Abfahrt nach New Norfolk war ein Genuss, der über viele Kilometer anhielt. Da ich so spät dran war entkam ich sogar noch einem Regenschauer und stellte mein Zelt im Caravan-Park am Derwent River auf. Eigentlich bietet der Trail kleine meist kostenfreie Zeltplätze an, die ich jedoch aus verschiedenen Gründen nie in Anspruch nahm. Die Dusche war herrlich und Abends begab ich mich noch auf Essensuche, musste aber erkennen, dass 20 Uhr schon die meisten Restaurants geschlossen haben. So blieb mir ein Asia-Take-Away, mit einer anständigen und leckeren Portion Rind mit Schwarzen Bohnen. Am Zelt gab es dann noch einen kleine Schreck, als ich meine Luftmatraze aufpustete und verschließen wollte, hatte die Luft absolut keinen Halt. Ich stellte mich schon auf eine harte Nacht direkt auf dem Boden ein, bis mir einfiel, dass ich das Flickenpäckchen der Matratze doch eingepackt hatte. Und da gab es dann sogar auch ein Ersatz-Ventil.

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