Mit neuer Enerie sollte es heute weiter nach Norden gehen. Die ersten 12 km fuhren wir auf der Straße, um etwas Strecke zu machen, da wir noch immer am Südende des Elementaite Sees waren, die nächste Etappe aber am Nordende begann.

Am Eingang zum Sambusoy Conservancy bogen wir wieder auf den Track ein und verließen die Straße. Nach wenigen Metern wollte uns ein indischstämmiger Einwohner seinen Dienst gegen Geld anbieten. Er meinte es sei schwierig sich zu orientieren und er könne uns zeigen, wo wir am besten langradeln könnten. Na immerhin fragte er nach bezahlter Arbeit und nicht direkt nach Geld. Wir zogen weiter und leicht wellig verlief die Schotterstraße weiter gen Norden nach Mbaruk. Ab da begann der nächste richtige Anstieg, teilweise recht steil. Wir profitierten von den ausgelegten Betonplatten und gönnten uns im oberen Ortsteil von Mbaruk ein kleine Cola und Mango-Pause. Im Schatten sitzend beobachteten wir das Dorftreiben gegenüber einer Bar und Schweißerei. Ich tippe dass dort unter anderem die breiten Gepäckträger geschweißt wurden. Es kamen auch mal Einwohner vorbei, die nach Geld fragten. An den Anblick, dass jemand mit seiner Machete vor uns steht und nach Geld fragte gewöhnten wir uns so langsam, schließlich war das ein wichtiges Utensil bei der Feldarbeit.

Irgendwann mussten wir unseren Weg fortsetzen, so schwangen wir uns wieder in die Sättel. Dass es den Menschen in der Kommune besser geht konnte man neben der befestigten Straße auch daran sehen, dass mehr und gar nicht ganz schlechte Autos fuhren und die Wasserkanister nicht selbst getragen wurden sondern mindestens ein Esel dafür benutzt wurde oder es gleich einen Bestellservice zu geben schien. Brot wurde auch ausgeliefert und der ein oder andere Autofahrer grüßte uns und feuerte uns an während wir uns den Berg aufi mühten. Wir erreichten eine Art kleines Plateau, auf dem uns unterschiedliche recht gut befahrbare Wege durch eine Felder- und Farmlandschaft führten. Nach einer Weile stellte ich fest, dass sich eine Schraube an meinem Schuh gelöst hatte und leider war sie auch nichtmehr am Schuh. Ich unternahm einen Versuch die Schraube auf dem letzten Kilometer zu finden. War das fluffig zu fahren so ohne Gepäck. Aber irgendwann vermutete ich, dass die Schraube schon vor meinem letzten Fotostop aus dem Schuh gefallen war. Ich überlegte wie ich das Schraubenproblem beheben könnte und ging sämtliche Schrauben am Bike gedanklich durch. Ich entschied mich dazu die Schraube aus dem Hebel meiner absenkbaren Sattelstütze zu nehmen, bis ich entdeckte und mir einfiel, dass der Schalthebel mit einer falschen Schraube montiert war, die hatte ich nämlich irgendwann mal da reingeschraubt, als die originale Schraube verloren ging. Könnt ihr noch folgen? Naja, lange Rede kurzer Sinn, ich hatte zufällig die passende Schraube für den Schuh am Rad und konnte sie im Schuh ersetzen. Ich baute die Schraube vom Sattelstützen-Lockout auf den Schalthebel um und steckte den Sattelstützen-Hebel ins Trikot, denn der funktionierte über Funk. Problem gelöst und ich dachte ich sollte dann einfach jeden Morgen einmal schauen ob die Schrauben im Schuh noch fest sitzen, weil sie sich vermutlich durch das viele Gehen immer mal wieder lösen. Doof, dass ich bei der Suche der Schraube meine Sonnenbrille verloren hatte. So bin ich den Kilometer noch einmal zurück gedackelt, aber die Brille war nichtmehr auffindbar, hatte sicher schon einen neuen stolzen Eigentümer gefunden.

Gut 1.5 h später nach dem Bastelstop in Kombination mit einer ausgedehnten Mittagspause radelten wir endlich weiter. Lagen wir zuvor noch gut im Plan hatten wir nun schon wieder damit zu kämpfen nicht in die Dunkelheit zu geraten. Wir hatten zwar eine Option die Strecke abzukürzen, aber irgendwie hatten wir Lust auch noch durch einen Wald zu radeln. Nach einem letzten ernsthaften Anstieg auf Teer erreichten wir den Dundori Wald. Zu Beginn gab es dort Holzfällarbeiten, die sahen legal aus. Später übernahmen die Zikaden den Ton im Wald. Der Wald war richtig schön, teils aufgeforstet, teils urig. Daniel entdeckte Affen hoch oben in den Bäumen. Später sprangen noch welche über seinen Rücken. Wir hatten eine kleine Bachquerung und gönnten uns auf einer Wiese noch einen Fanta-Cola-Tomaten-Stopp um nochmal Energie für die letzten Kilometer zu sammeln. Die Dämmerung saß uns aber schon fast im Nacken. Ich gab Daniel mein Telefon, so dass er auch die Strecke sehen konnte. Ich eilte etwas vorraus, da ich in den Abfahrten meist etwas schneller war, während Daniel die Anstiege etwas rasanter nahm. Wir vereinbarten eine Stelle wo wir uns spätestens wieder treffen wollten. Ich nutzte meinen Vorsprung um schonmal die Radbeleuchtung herauszukramen und anzubauen und war genau fertig als Daniel von hinten angefegt kam. Den Rest der Strecke fuhren wir dann wieder zusammen. Was waren wir froh auch mal wieder Teer unter den Reifen zu haben. Ich lieferte mir noch ein kleines Rennen mit einem Traktor und die letzten 2-3 Kilometer bis zum Zeltplatz legten wir in fast völliger Dunkelheit zurück. In den Ortschaften herrschte noch reges Treiben, vermutlich weil es dann auch nichtmehr so heiß war wie tagsüber. Unsere Zelte stellten wir auf die Terasse einer der Hütten, von denen wir auch das Bad nutzen konnten. Für 1000 KES kamen wir da unter. Wir trafen auch Karl wieder, der einen Ruhetag eingelegt hatte bekamen ein super Essen und sackten nach etwas Entspannung auf der Terasse in unsere Isomatten.