Den Büffeln in die grünen Augen geschaut.

Den Morgen startete ich 6 Uhr mit einer kleinen Bootstour über den lokalen Oloiden-See. Nach gut 1.5 h mit vielen verschiedenen Vögeln, einigen Hippos und einer Giraffe kam ich pünktlich zum verspäteten Frühstück zurück. Die Seelilien waren über Nacht größtenteils ans Nordende des Sees getrieben, so dass wir nur ein kurzes Stück bis zum offenen See hatten. Die Wasserspiegel der Seen Oloiden und Naivasha waren in den letzten 6 Jahren gestiegen, so dass die beiden Seen mittlerweile verbunden sind. Als Hauptursachen werden Rodungen angesehen und die damit verbundenen instabilen Hänge. Der eingespülte Schlamm hob den Seeboden und entsprechend auch den Wasserspiegel an. Viele Bäume sind abgestorben und Anwohner mussten ihre Häuser verlassen und Bauprojekte am Seeufer gestopt werden.
Frühstück gab es wie das Abendessen am Zelt. Als wir an den letzten Bissen waren gesellte sich eine Affenbande zu uns und so fand das Frühstück ein abruptes Ende. Dennoch gut gestärkt schwangen wir uns in die Sättel und radelten zunächst ans Nordende des Naivasha-See’s und gönnten uns im Dörfchen Kasarani in einem „hotel“ einen Afrikanischen Tee und ein relativ trockenes Chapati. Wir stockten noch Früchte und Wasser sowie Cola und Fanta auf und danach begann auch schon ein kaum enden wollender Anstieg. Zunächst ging es gut 300 Höhenmeter auf Teerstraße, danach bogen wir hinter einem kleinen Sattel mit Golf-Ressort auf einen Schotterweg ein. Eine staubige Angelegenheit war das, denn immer wieder kamen PKWs, LKWs oder Motorräder vorbei und staubten uns mächtig ein. Es gab kaum Schatten, doch in der Hälfte des Anstiegs legten wir unter den stacheligen Akaziensträuchern eine ausgiebige Pause ein und schlummerten etwas weg. Das Angebot von einem LKW-Fahrer uns mitzunehmen schlugen wir aus, nicht ahnend, dass wir zum anvisierten Zeltplatz noch viele weitere Höhenmeter klettern mussten.
Der gut versteckte Zeltplatz nahm uns trotz fehlender Anmeldung glücklicherweise noch auf und bot uns einen fantastischen Ausblick, Feuer und eine Sitzgruppe. Auch die sanitären Einrichtungen waren exzellent. Von einem amerikanischen Nachbarn, der in Nairobi lebt, schnorrten wir noch ein Bier. Und als wir so gemütlich an den Zelten saßen und unser selbstgekochtes Essen futterten kam eine Zebra-Herde auf die Wiese vor unseren Zelten gelaufen. Allerdings sahen deren Augen nach einer Weile nicht mehr gelb sondern grün aus und es waren plötzlich Augenpaare. Oh nein, eine Herde Büffel. Diese vertrieben die Ranger den Hang hinab und legten uns noch nahe unsere Lebensmittel gut verpackt ins Zelt mitzunehmen. Wegen der Hyänen … Hyänen? 😮 . In der Nacht kicherten die Hyänen vor sich hin und die Büffel grasten wieder in Zeltnähe. Habe ich mir berichten lassen, denn ich schlummerte durch.





























