Der Tag begann mit einem herrlichen Sonnenaufgang und einer Herde Zebras auf der Zeltwiese. Nach einigen Höhenmetern kamen wir zum Ausgangstor des Zeltplatz-Areals. Ein wirklich schöner und großräumiger Zeltplatz der noch etwas ausgebaut werden soll um Snacks und Getränke anbieten zu können. Das Gemeinschaftshaus mit Sofas und Kamin hat aber schon Stil und die Sanitären Anlagen sind vom feinsten.
Wir setzten unsere Reise über Eburu Center zum richtigen Eingangstor in den Eburu Forest fort. Etwas später als tags zuvor angemeldet erreichten wir das Park-Büro, aber außer einer Imbis-Verkäuferin war keiner zu sehen. Gut eine Stunde warteten wir auf den Ranger. Währenddessen kam ein anderer Radler an, Karl aus Großbritannien. Er hatte deutlich weniger Gepäck an seinem Bike, z.B. fuhr er mit nur einem halben Schlafsack rum, denn für die obere Hälfte könne er auch eine Jacke anziehen. Immerhin hatte er auch eine große Kamera dabei, für die guten Fotos. Gemeinsam warteten wir auf den Ranger, tauschten uns aus und bezahlten dann auch den Park. Nach ein paar Kilometern im Park ließen wir Karl davon ziehen, er war vor allem Bergab deutlich schneller. Wir legten auch mal unsere Bikes beiseite und liefen einen Weg hinein, zu einem ausgetrockneten Kratersee, wo ein paar in Nairobi wohnenende Amerikaner am Wochenende zelteten.
Eigentlich erwarteten wir uns etwas mehr Wildlife, zumindest Affen, aber es war weder so richtig was zu sehen noch viel zu hören. Die Tiere waren wohl im Mittagsschlaf. So folgte eine lange und schöne Abfahrt. Die Fahrt durch das Soysambu Conservancy war mittlerweile für Radfahrer gesperrt, nachdem wohl drei Radfahrer von nem Büffel attakiert wurden. Karl versorgte uns mit einem alternativen Track und so folgten wir ab Kongasis einer alten Eisenbahnlinien nach Osten für etwa 10 km bis zu den ersten Ausläufern von Gilgil wo unser Track nach Norden hin abbog. Unterwegs hatten wir zwei Mitradler, mit den sich vor allem Daniel intensiv unterhielt. Erstaunlich, wie schnell sie auf ihren Ein-Gang-Rädern unterwegs sind. Später überholten wir immer wieder mal einen etwas älteren Mann auf seinem afrikanischen Bike, lieferten uns fast ein kleines Rennen. In einem Anstieg fuhr Daniel in eine Sandgrube und das Rad fiel um, ganz schnell eilten Beobachter hin und warteten bis er auch wirklich wieder auf dem Bike saß und versicherte dass alles gut ist. Der Alte Mann verabschiedete sich an unserem Abzweig. Leider verlor sich kurz danach auch unser Track und wir mussten eine alternative Route finden. Wir folgten einem Weg parallel zu einer Hochspannungsleitung und Pipeline. Wir konnten bereits den Elementaite-See sehen, doch dann meldete sich der Gepäckträger von Daniel ab. Er war oben auf beiden Seiten gebrochen. Leider fehlte die Verbindung zum See und so bogen wir nach Osten ab um wieder auf eine Dorfstraße zu gelangen. Ohne echtes Kartenwerk gar nicht so leicht, aber wir fragten uns durch. Der Blick auf die Karte an meinem Smartphone von einem Mädchen verlief etwas ins Leere, aber als ich nach Hauptstraße fragte zeigte sie uns eine Richtung. Vermutlich verwenden sie auf dem Land nicht so viele Karten. Nach ein wenig querfeldein fanden wir zurück auf die Schotterstraße. Die Zeit schritt schon wieder voran und das Tageslicht sollte sich bald dem Ende neigen.
Damit der Gepäckträger nicht gleich ganz zerreisst, holperten wir langsam über die örtlichen Schotterstraßen und waren richtig froh eine Teerstraße in Kipkopey Gilgil zu erreichen. Kurz vor Einbruch der Dämmerung rollten wir den Fahrweg zu unserem anvisierten Zeltplatz am Elementaite See hinab. Wir waren zuversichtlich am nächsten Tag den Gepäckträger in der gerade passierten Stadt reparieren lassen zu können. Der Eigentümer half Daniel die Leute ranzuholen, die seinen Gepäckträger sogar noch am selben Abend reparierten. Doch das Aluminium stellte eine kleine Herausforderung dar. Ganz nebenbei war der Chef auch ein hervorragender Koch. Wir gönnten uns Nudeln mit Fleischbällchen und Salat. Kurz bevor es dunkel wurde erspäten wir noch die Flamingos unterhalb des Zeltplatzes, konnten aber nicht hin, da es ein Naturschutzgebiet ist und man Eintritt zahlen musste.
































